Auch in Tallinn haben wir natürlich wieder einige Restaurants besucht und möchten euch in unserem Tallinn Foodguide darüber berichten. Da wir lediglich drei Tage in Tallinn verbracht haben, wird dies wohl eher ein Mini-Foodguide, da wir dem entsprechend relativ wenige Restaurants besucht haben. Dafür waren diese aber zu gut, um euch nicht darüber zu berichten!

F-Hoone – preiswertes Essen im Tallinner Hipsterviertel

Das F-Hoone hatten wir bereits bei unserer Anreise in Tallinn entdeckt, doch da wir dort relativ spät ankamen, hatte die Küche bereits geschlossen und es bestand lediglich die Möglichkeit noch einen Drink an der Bar zu genießen. An unserem letzten Abend in Tallinn bekamen wir dann aber doch noch die Chance das Restaurant zu testen – und es lohnte sich!

Wir hatten für den Abend keine Reservierung getätigt und gingen mehr oder weniger spontan ins F-Hoone. Das Restaurant liegt im Hipster-Viertel Kalamaja, etwa 10 Minuten von unserem Hotel entfernt in einem alten Fabrikgebäude. Der ursprüngliche Verwendungszweck des Gebäudes ist noch gut zu erkennen, trotzdem gelang es den Inhabern, eine schöne Location herzurichten, in der man gemütlich essen, trinken und plaudern kann. Da wir keinen Tisch reserviert hatten, wurden wir gebeten zunächst an der Bar zu warten, bis ein Tisch für uns frei wurde.

Wir hatten uns gerade einen Drink ausgesucht, da wurde auch schon ein Platz für uns frei – wir können uns also nicht über eine lange Wartezeit beschweren. Da das F-Hoone nicht nur Restaurant, sondern auch Bar ist, müssen wir euch vermutlich nicht sagen, dass ihr dort auch sehr gute Drinks genießen könnt! Wir entschieden uns für zwei verschiedene Gins und baten die Kellnerin darum, das entsprechende Tonic Water für uns auszusuchen. Die Drinks waren wirklich sehr gut und wir können das F-Hoone alleine auf Grund der Bar guten Gewissens empfehlen.

Doch damit waren wir ja noch nicht beim Essen, dem eigentlichen Grund weshalb wir gekommen waren. Zur Vorspeise gönnten wir uns eine Portion frittierte Garnelen mit Panko und einem Dip, der einer Spicy Mayo nahe kam. Ehrlich gesagt waren wir bereits von der Vorspeise so überzeugt, dass wir den Hauptgang kaum noch erwarten konnten. Wir bestellten einen „Furger“, einen Burger mit schwarzem Brot, Bacon, Cheddar Käse und hausgemachten Fries mit Mayo und Gnocchi mit Lachs, die mit einer Garnelen-Sauce serviert wurden. Die Gnocchis waren sogar laktosefrei, was der intoleranten Isa sehr zu Gute kam. 😉

Auch der Hauptgang war ausgezeichnet und so ließen wir es uns nicht nehmen, zum Dessert noch ein Sorbet und eine Crème Brûlée zu bestellen, welches ebenfalls sehr lecker war. Insgesamt war das Essen und die Drinks auch relativ preiswert, aber wirklich sehr gut. Die Location und die Atmosphäre stimmte und auch die Bedienung war äußerst freundlich und sehr zuvorkommend, also eine klare Empfehlung von uns!

Tallinn Mini-Foodguide: Von Mittelalter-Experience bis Budget-Dining

Olde Hansa – eine Zeitreise ins Mittelalter

Die Olde Hansa war mit Abstand das außergewöhnlichste Restaurant, in dem wir bisher gegessen haben. Doch beginnen wir von vorne: die Olde Hansa liegt zentral, mitten in der Innenstadt von Tallinn. Das Restaurant bietet eine, an den historischen Hintergrund der Stadt angelehnte, Mittelalter-Experience und serviert bürgerliche Küche. Ähnlich wie im STEAM, welches wir bei unserem Aufenthalt in Den Haag besuchten, schlüpft das Personal hier in eine Rolle und ist mittelalterlich gekleidet.

Tallinn Mini-Foodguide: Von Mittelalter-Experience bis Budget-Dining

Die Olde Hansa geht jedoch noch einen Stück weiter, denn nicht nur Einrichtung und Personal passen sich dem Szenario an. Besonders authentisch wirkt das Restaurant aufgrund dessen, dass es dort kein elektrisches Licht gibt. Das gesamte Restaurant wird von Kerzen beleuchtet. Während man auf das Essen wartet, führt das Personal eine Art Vorstellung auf. Wir staunten nicht schlecht als plötzlich eine Kellnerin mit einem Tablett voller Kerzen auf dem Kopf an uns vorbei lief! Um die Atmosphäre noch etwas zu verstärken, läuft im Hintergrund altertümliche Musik, die teils auch live gespielt wird.

Nachdem uns alleine das Ambiente bereits sehr gut gefallen hatte, waren wir sehr gespannt, was uns wohl beim Essen erwarten würde. Wir entschieden uns für das „Master Cook’s Feast“, was mit 42 € pro Person zwar relativ teuer war, jedoch auch einiges zu bieten hatte. Das „Master Cook’s Feast“ bestand aus Vorspeise, Hauptgang und Dessert.

Die Vorspeise: Als wir die Vorspeise erhielten, war uns bereits klar, dass wir die Olde Hansa auf jeden Fall gut gesättigt verlassen würden. Wir bekamen allerhand verschiedene Gerichte aufgetischt, die wir alleine aus der Erinnerung heraus wahrscheinlich gar nicht mehr auflisten könnten. Wir bekamen gebackenen und gut gewürzten Käse, eine aus Beeren zubereiteten Dip, verschiedene Sorten an Brot und Fisch serviert. Alles superlecker!

Der Hauptgang: Obwohl die Vorspeise bereits sehr gut war, übertraf der Hauptgang noch einmal alle unsere Erwartungen. Obwohl wir eigentlich nicht die größten Fans von gutbürgerlicher Küche sind, konnte uns der Hauptgang voll überzeugen. Es gab Würstchen aus Bär und Wildschwein, Filet vom Elch, auch hier wieder Fisch (Lachs), verschiedenes Gemüse, eine Schüssel mit Linsen, Sauerkraut, Dinkel und noch einiges mehr. Hier war unser Highlight definitiv der Elch! Selten haben wir so zartes Fleisch probiert.

Das Dessert: Zum Nachtisch wurde uns ein kleine Portion Rosenpudding mit einem Rosenblatt serviert. Wir hatten Rosenpudding vorher noch nie gegessen aber er war sehr lecker, auch wenn wir ihn nicht in großen Massen essen könnten. Glücklicherweise brachte man jedem von uns nur eine kleine Portion, die auch nach dem sehr ausgiebigem Hauptgang und der Vorspeise noch sehr gut zu schaffen war – dafür waren wir sehr dankbar! 😉

Abschließen vielleicht noch ein kleiner Tipp für euch. Wir würden euch dies zwar meistens empfehlen, jedoch solltet ihr, wenn ihr die Olde Hansa besuchen möchtet, in jedem Fall vorher einen Tisch auf deren Webseite reservieren, da das Restaurant ein absolutes Highlight ist und auch von den Einheimischen gerne besucht wird! Trotzdem müsst ihr aber keine Angst haben, dass es dort zu laut und ungemütlich wird. Das Restaurant ist in mehrere Bereiche unterteilt und verläuft über drei Etagen.

Das Personal war überaus freundlich und bot uns sogar an, dass sollte uns etwas sehr gut schmecken, man uns sogar noch einen Nachschlag bringen würde. Lustiger Weise sprach unser Kellner auch noch ein wenig Deutsch bzw. versuchte sich dies selbst beizubringen. Alles in allem war unser Besuch in der Olde Hansa ein gelungener Abend und wir hatten sehr viel Spaß. Geschmeckt hat es natürlich auch! 😉 Nur die Fotos lassen aufgrund der mangelnden Beleuchtung leider etwas zu wünschen übrig…

Der Weihnachtsmarkt in Tallinn – für typisch estnisches Weihnachtsessen

Der Weihnachtsmarkt in Tallinn gilt als einer der schönsten Weihnachtsmärkte in ganz Europa, wenn nicht sogar als der schönste! Hier könnt ihr allerhand Kram wie Mützen, Handschuhe, Schals und Souvenirs kaufen, gemütlich an den zahlreichen Tischen stehen und einen Glögi genießen und etwas essen.

Auch wir haben bei unserem Aufenthalt den einen oder anderem Glögi auf dem Weihnachtsmarkt genossen. Glögi ist eine Art Glühwein, den ihr wahlweiße mit oder ohne Alkohol und auch mit Extra Schuss (Vana Tallinn) bestellen könnt. In Tallinn findet ihr Stände, die diesen verkaufen nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt, sondern auch in der Stadt verteilt an allen bekannten Sehenswürdigkeiten.

Gegessen haben wir auf dem Weihnachtsmarkt selbst nichts außer gebrannte Mandeln, sind jedoch an zahlreichen Ständen vorbei gelaufen, bei denen ihr Süßigkeiten, Gebäck und traditionelles Essen wie Sauerkraut, Bratwurst und Braten essen könnt. Wir sind jedoch nicht so die Fans von dieser Art an Snack, deshalb haben wir uns wie gesagt nichts auf dem Weihnachtsmarkt zu essen geholt.

Wenn ihr wissen wollt, wie uns der schönste Weihnachtsmarkt Europas sonst gefallen hat, schaut gerne in unseren Tallinn Travelguide rein!

Tallinn Mini-Foodguide: Von Mittelalter-Experience bis Budget-Dining

Kaffee und Kuchen

Bei der eisigen Kälte und wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, gibt es doch nichts schöneres als sich zu Mittagszeit in ein Café zu setzen und einen Kaffee und ein Stück Kuchen zu genießen! Wie ihr in unserem Travelguide vielleicht bereits gelesen habt, machten wir bei unserer Hop-On Hop-Off-Tour einen Zwischenstopp beim Tallinn TV Tower. Neben einer atemberaubenden Aussicht, gab es hier auch sehr leckeren Kuchen!

Wir bestellten Pavlova, eine mit Sahne und Früchten gefüllte Torte aus Baiser, ein Stück Apple Pie und zwei Café Latte und setzten uns an einen der vielen Tische. Dort konnten wir nicht nur unseren Kuchen in Ruhe genießen, da im TV-Tower zu dieser Zeit relativ wenig los war, sondern hatten dabei auch noch eine wunderschöne Aussicht. Wenn ihr nach Tallinn fahrt solltet ihr dem Fernsehturm auf jeden Fall einen Besuch abstatten – es lohnt sich!

Tallinn Mini-Foodguide: Von Mittelalter-Experience bis Budget-Dining

Wir besuchten neben dem TV-Tower auch noch ein anderes Kaffee in Tallinn, welches direkt am Weihnachtsmarkt lag – das Kehrwieder Saiakang Chocolaterie. Ehrlich gesagt hat uns das Café jedoch nicht wirklich überzeugt. Es war sehr voll, auf Grund der touristischen Lage auch sehr teuer und der Kuchen war durchschnittlich, aber den Preis rechtfertigen tat er nicht. An sich war das Café zwar recht gemütlich eingerichtet, da es jedoch so voll war, war es sehr laut und es fiel uns schwer sich vernünftig zu unterhalten. An dieser Stelle für euch die Empfehlung, sucht euch lieber Cafés etwas außerhalb der Touri-Hotspots – die sind günstiger und ruhiger. 😉

Tallinn Mini-Foodguide: Von Mittelalter-Experience bis Budget-Dining

Balti Jaam Turg – der Food-Markt von Tallinn

An unserem letzten Tag aßen wir nicht in einem gewöhnlichen Café, sondern im Balti Jaam Turg, dem Food-Markt von Tallinn. Der Food-Markt ist eine unfassbar große Markthalle, die etwas außerhalb im Stadtteil Kalamaja liegt. Betritt man jedoch das Innere des Balti Jaam Turg, könnte man denken, man befindet sich in einem Einkaufszentrum. Überall sind Buden aufgebaut, an denen man wie bei einem Street-Food-Festival allerhand essen kaufen kann. Auch einige Läden, in denen man frischen Fisch, Fleisch und andere Dinge kaufen kann sind dort zu finden. In der untersten Etage befindet sich auch ein Supermarkt. Auch im Außengelände des Food-Marktes lassen sich Dinge wie Obst und Gemüse einkaufen.

Tallinn Mini-Foodguide: Von Mittelalter-Experience bis Budget-Dining

Wir aßen an einem der Stände ein Stück Salami Pizza und eine Special Pizza, die dort frisch zubereitet und gebacken wurde. Ihr habt an den Ständen jedoch die Möglichkeit so ziemlich alles zu essen, was euch begehrt: es gibt Burger, Pizza, Gebäck, asiatische Küche und vieles mehr. Besonders praktisch ist der Food-Markt also für einen schnellen Snack in der Mittagspause oder generell für zwischendurch – besonders bei schlechtem Wetter. Die Preise dort würden wir ebenfalls als durchschnittlich beschreiben, daher solltet ihr dort unbedingt vorbeischauen.

Wie sieht es bei euch aus, wart ihr schon einmal in Tallinn oder einem der Restaurants? Habt ihr Fragen zu unserem Aufenthalt oder wollt etwas loswerden? Schreibt uns alles gerne in die Kommentare!

Falls ihr diese noch nicht gelesen habt, schaut euch auch gerne noch unseren Tallinn Travelguide und unseren Beitrag zum Go Hotel Shnelli an, in dem wir übernachtet haben!

Tallinn im Winter – ein romantischer City-Trip

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