Brügge: fünf Tipps für einen Kurzurlaub in Belgien

Lesedauer: 7 Minuten
13. Dezember 2019

Seit wir den Film In Bruges gesehen habe, wollten wir unheimlich gerne dorthin. Da die Deutsche Bahn aber unfassbar teuer ist und 3 Stunden Autofahren ziemlich unattraktiv klingt, kam es bisher aber nie dazu. Bis jetzt! In diesem Brügge Reisebericht erfahrt ihr alles über unseren Kurzurlaub in der belgischen Grachtenstadt und wir geben euch Brügge Tipps, was man dort unbedingt sehen muss.

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Unser Tipp: Anreise mit der Bahn nach Brügge

Wir entdeckten das belgische Bahnticket „Go Pass 1“ (für Reisende unter 26 Jahren), womit eine Fahrt von Eupen bis Brügge nur 6,40 € kostete. Die Tickets haben wir im Voraus gekauft und mussten dort nur den Tag der An- und Abreise angeben, die Uhrzeit der Zugfahrten blieb flexibel.

Unsere Reise begann an einem Sonntag in aller Früh: 7 Uhr klingelte der Wecker und um 8 Uhr saßen wir im Auto Richtung Eupen. Nach ca. einer Stunde Fahrt erreichten wir die belgische Stadt, die direkt hinter Aachen liegt und parkten unser Auto dort kostenlos am Bahnhof. Auf ging’s mit dem Zug nach Brügge!

Die Zugfahrt verging überraschend schnell und es gab einiges zu sehen. So hielten wir zum Beispiel in Lüttich, Gent und Brüssel, aber fuhren auch durch das ein oder andere süße kleine Dorf.

Grachten in Brügge

Brügge zu Fuß erkunden

Danach ging es schon auf die Abendstunden zu und wir beschlossen, die Stadt zu Fuß etwas zu erkunden. Unser Startpunkt dabei war der Rozenhoedkaai, ganz um die Ecke von unserem Hotel in Brügge, und einer der Foto-Hotspots in Brügge! Absolut zurecht, denn der Ausblick auf den Kanal und den Belfort von dort aus ist wirklich sehr hübsch.

Brügge

Wie überall in Brügge befinden sich in dieser Ecke auch sehr viele Chocolatiers – wunderbare, paradiesische Shops voller Schokolade! Der Traum eines jeden Schokoholics, und dank des relativ hohen Preises auch Diät-geeignet. 😉

Belgische Schokolade in Brügge
Belgische Schokolade in Brügge

Wie man auf einigen Bildern sehen kann, ist Brügge außerdem durchzogen von Kanälen. Nicht ganz so stark wie z. B. Amsterdam, aber auf jeden Fall so, dass man alle paar Minuten einen wunderschönen Blick auf Wasser geboten bekommt! An Tagen mit schönem Wetter kann man dort auch Bootsfahrten machen, nur leider hat es bei uns am 1. Tag zeitlich und am 2. Tag mit dem Wetter nicht mehr gepasst.

Noch etwas, was man überall in Brügge findet: Kutschen! Falls also die Boote nicht fahren und man trotzdem die Stadt aus einem etwas anderen Blickwinkel sehen möchte, ist das auch eine super Gelegenheit. Was uns allerdings gewundert hat: die Pferde traben ganz schön flott durch die kleinen Gassen und durchaus denkwürdig ist die Kombination aus Autos und Kutschen!

Pferdekutsche in Brügge

Die Türme und Marktplätze von Brügge

Wie ihr vielleicht schon gesehen habt, gibt es in Brügge drei hohe Türme, von denen mindestens einer von überall aus zu sehen ist. Unten seht ihr den bekanntesten der drei, den Belfort. Außerdem gibt es noch den Turm der Liebfrauenkirche und den der Kathedrale St. Salvator.

Passend zu den drei Türmen gibt es auch zwei große Marktplätze: den Grote Markt und den Burg Square. Auf letzterem steht links in der Ecke die Heilig-Blut-Basilika, auch eine der Film-Locations aus In Bruges und ein durchaus denkwürdiges Gebäude.

Wo wir gerade noch vom Grote Markt gesprochen haben: da ist der auch schon! Dort befinden sich neben dem Belfort auch ganz viele süße Häuser mit den typischen Giebeln, aber auch das Historum & Masion du Roi, welches ihr auf dem linken Foto sehen könnt und einige Bars und Restaurants.

Marktplatz Brügge

Wenn ihr durch Brügge lauft, lohnt es sich, die Augen offen zu halten. Denn überall verstecken sich kleine Gassen und führen einen zu hübschen Orten.

Brügge

Dann wurde es auch schon langsam dunkler und wir liefen ein bisschen weiter außerhalb – nach Minnewater, übersetzt dem See der Liebe. Am äußeren Rand der historischen Altstadt befindet sich der kleine See und ein Park mit malerischer Aussicht.

Rauf auf den Belfort

Vielleicht nicht die beste Idee direkt nach dem Frühstück, aber dennoch beschlossen wir morgens früh den Belfort zu besteigen! Am Morgen ist dafür die perfekte Uhrzeit, denn tagsüber kann die Schlange dort ziemlich lang werden. Als wir dort gegen 9.30 Uhr ankamen, standen nur vereinzelte Menschen an und innerhalb weniger Minuten und 8 € später ging es auch schon aufwärts.

Nach 366 Stufen erreichten wir dann keuchend und schniefend die Plattform! Als kleiner Vergleich: der Kölner Dom erreicht nach nur 291 Stufen die Spitze und die Berliner Siegessäule 285 Stufen. Als wir die Plattform betraten, wurden wir auch fast weggeweht: Sturm und Regen peitschten uns ins Gesicht.

Aber es hat sich gelohnt! Aufgrund der Wetterlange blieben wir nicht lange oben, aber die Aussicht ist wirklich schön und man kann nochmal Ecken der Stadt entdecken, die man vom Boden aus so gar nicht wahr genommen hätte.

Brauerei De Halve Maan

Belgien ist nicht nur bekannt für Waffeln und Fritten, sondern auch für Bier. Deshalb machten wir uns auf den Weg zu De Halve Maan (bedeutet übrigens der halbe Mond, nicht der halbe Mann!) und für 8,50 € p.P. (inkl. Verköstigung) machten wir eine Brauerei-Führung. Ehrlich gesagt waren unsere Erwartungen relativ gering – wir haben schon die eine oder andere Brauerei besichtigt, wie beispielsweise Heineken in Amsterdam und Carlsberg in Kopenhagen. Aber diese Besichtigung war wirklich sehr schön, unserer Guide war sehr witzig und man merkte ihr an, wie sehr sie Bier mag und wie gerne sie dort arbeitet. Außerdem hatte die Führung auch einen Adventure-Faktor: die Brauerei ist ziemlich verwinkelt, es gibt einige sehr steile Treppen (die eigentlich den Titel Treppe nicht verdient haben und stattdessen Leiter heißen müssten) und wenn man oben ankommt, kann man eine wahnsinnige Aussicht genießen.

Aufgrund der Wetterlage verbrachten wir auf dem Turm jedoch nicht besonders viel Zeit und stiegen schnell wieder hinab in die schier unendlichen Tiefen der Brauerei. Am Ende der ca. einstündigen Führung wartet übrigens ein leckeres Brugse Zot Blond auf euch!

Brügge Tipps für Budget-Essen

Mittag bei Chez Vincent

Nachdem wir unser Gepäck im Hotel abgestellt, uns kurz aufgefrischt und die Energie-Reserven etwas aufgefüllt hatten, meldete sich direkt mal unser Mägen zu Wort. Schon im Voraus hatten wir uns über Restaurants etc. in Brügge informiert und der Großteil davon ist schon ziemlich teuer. Zwischendurch findet man aber solche Budget-Träumchen wie Chez Vincent. Um die Mittagszeit war dort allerdings auch einiges los, aber das sahen wir als gutes Zeichen.
Nach einiger Wartezeit wurden wir dann endlich mit Essen versorgt: Bacon-Cheese-Burger, leckere belgische Fritten mit Mayo und ein bisschen Salat. Wahr gewordener Traum für unsere leeren Mägen und sehr zu empfehlen – besonders für den kleinen Preis von 10-12 € pro Menü!

Chez Vincent Brügge
Chez Vincent Brügge

Bagel-Frühstück bei Sanseveria

Da wir ja in einem Apartment übernachtet haben, haben wir außerhalb gefrühstückt. Solche süßen kleinen Cafés gibt es in unserer Heimatstadt Mönchengladbach leider viel zu wenige, aber in Brügge fanden wir dank einer Empfehlung den Sanseveria Bagelsalon.

Als wir dort ankamen, war es noch relativ leer und wir saßen im bezaubernden Café direkt am Fenster und konnten das stürmische Wetter draußen beobachten. An Bageln gibt es dort ungefähr alles, was das Herz begehrt: Lachs, Avocado, Nüsse, verschiedene Käsesorten… alles klingt wahnsinnig lecker! Ich entschied mich für „Lucy“: Ziegenkäse, Lachs, Rucola und Walnüsse und dazu ein Latte Macchiato – yum!

The Old Chocolate House

Nach einem kurzen Klick auf Tripadvisor fanden wir The Old Chocolate House. Was von außen aussieht, wie jeder weitere Chocolatier der Stadt, verbirgt in der zweiten Etage ein Must See für jeden Schoko-Liebhaber! Auf der Karte steht nämlich eine riiiiesige Auswahl heißer Schokoladen und sonst noch alles, was auch nur entfernt mit Schokolade zu tun hat. Wir entschieden uns für eine heiße Schokolade mit gesalzenem Karamell, welche dann in Muffin-Form ankamen und die wir selber in der heißen Milch schmelzen durfen. Ein echtes Erlebnis! Dazu gab es für uns Waffeln mit Schokosauce, die natürlich aus frisch geschmolzener Schokolade bestand. Ein Traum!

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